Veröffentlicht am: 20. August 2026

4 Minuten Lesezeit

Custom Flows in Minuten erstellen mit dem Flow Creator Agent

Beschreibe die gewünschte Automatisierung in natürlicher Sprache und erhalte eine vollständige, ausführbare Flow-Definition für den AI Catalog.

Custom Flows ermöglichen es Teams bereits, manuelle, mehrstufige Arbeit in Automatisierung zu überführen, die auf GitLab-Events läuft. Wer einen Flow schreiben wollte, musste sich jedoch zuerst mit dem Schema der Flow Registry vertraut machen. Diese Voraussetzung ist eine echte Hürde: Wer einen Workflow am besten kennt, kennt nicht zwangsläufig auch ein YAML-Schema.

In GitLab 19.3 entfällt diese Voraussetzung mit dem Flow Creator Agent. Beschreibe den Flow, den du brauchst, in eigenen Worten – und du erhältst eine vollständige, ausführbare Definition.

Als gute Automatisierungen noch am Schema endeten

Zwei Beispiele: Personen, die genau wissen, was automatisiert werden sollte, aber nicht, wie man es baut.

  • Die Person in der Security-Analyse sichtet täglich Vulnerability-Reports und weiß, welche Muster False Positives sind und wer für welche betroffene Dependency zuständig ist. Nichts von diesem Wissen ist in einem Schema erfasst, das sie noch nie verwendet hat.
  • Die planungsverantwortliche Person weiß, was als Nächstes passieren soll, wenn ein Work Item seinen Status ändert. Die Automatisierung liegt für sie auf der Hand. Die Syntax der Flow Registry nicht.

Einen Flow zu schreiben bedeutete, dieses Schema zu lernen, bevor aus solchem Wissen Automatisierung werden konnte. Damit blieb das Verfassen von Flows auf Personen mit Schema-Kenntnissen beschränkt, nicht auf Personen mit Prozesswissen. Das Ergebnis ist eine Lücke zwischen denen, die die Arbeit verstehen, und denen, die sie automatisieren können. Diese Lücke bremst Automatisierung über den gesamten Software-Lebenszyklus – besonders dort, wo ohnehin schon Engstellen lauern.

Flows bauen können alle, die die Arbeit verstehen

Flow Creator ist ein Foundational Agent innerhalb der GitLab Duo Agent Platform und über Agentic Chat verfügbar. Rufe den Agenten auf, beschreibe in natürlicher Sprache, was der Flow tun soll, und er erzeugt eine vollständige Flow-Definition.

Ein Beispiel: „Wenn ein Work Item mit dem Label security-triage erstellt wird, prüfe es anhand unserer bekannten False-Positive-Muster, finde die betroffene Dependency und deren Owner und poste eine Einschätzung des Schweregrads als Kommentar.“ Diese einfache Beschreibung liefert dem Agenten einen Trigger, Schritte und ein Ausgabeziel.

Die Beschreibung muss auch nicht beim ersten Versuch perfekt sein. Ist etwas unklar oder fehlt es an einer Angabe – etwa auf welches Projekt der Flow zielen soll oder ob ein Schritt eine menschliche Freigabe benötigt –, fragt der Agent nach, bevor er baut, statt zu raten und einen Flow zurückzugeben, der auf dem falschen Projekt läuft oder eine erforderliche Freigabe überspringt.

Guardrails bleiben bestehen, auch wenn der Autorenkreis wächst

Mehr Personen, die Flows bauen, bedeutet nicht lockerere Guardrails. Jeder Flow läuft über einen Service Account mit eingeschränktem Geltungsbereich unter Composite Identity und kann damit nie weiter reichen als die Berechtigungen der Person, die ihn ausgeführt hat. Dieser Account ist auf die Top-Level-Gruppe beschränkt und kann nicht auf Ressourcen außerhalb dieser Grenzen zugreifen. Einen Flow zu verfassen und ihn zu aktivieren bleiben getrennt: Jede Person kann dem Flow Creator einen Flow beschreiben, für das Aktivieren ist aber weiterhin mindestens die Rolle Maintainer erforderlich. Group Owner und Instanz-Administrator(inn)en können Custom Flows vollständig abschalten.

Flow Creator in der Praxis:

So funktioniert es

Flow Creator erledigt im Hintergrund drei Dinge:

  • Er liest die aktuelle Dokumentation. Der Agent prüft vor jeder Antwort die Dokumentation der Flow Registry, statt aus dem Trainingswissen zu antworten.
  • Er wendet Regeln an. Diese Regeln kodieren Fehlermuster aus realen Flows, sodass häufige Fehler abgefangen werden, bevor eine Sitzung überhaupt beginnt.
  • Er durchläuft eine Checkliste vor der Ausgabe. Diese Prüfung findet statt, bevor YAML erzeugt wird, sodass Probleme früh auffallen und nicht erst nach der Registrierung.

Jede Regel entspricht einem Muster, an dem Flows heute scheitern:

  • Fehlende project_id. Der Flow läuft, hat aber kein klares Ziel und arbeitet deshalb auf dem falschen Projekt oder auf keinem.
  • Defekte Human-in-the-Loop-Gates. Ein Flow, der für eine Freigabe pausieren soll, läuft ohne sie weiter.
  • Falsche sends_response_to-Ziele. Der Flow wird abgeschlossen und schreibt seine Ausgabe dorthin, wo niemand hinsieht.
  • Fehlende Stopp-Anweisungen. Der Agent arbeitet über den Abschluss der Aufgabe hinaus weiter.

Das Ergebnis ist eine vollständige, ausführbare Definition, kein Fragment, das erst zusammengesetzt werden muss. Füge sie in den Konfigurationseditor ein, wenn du einen Flow aus einem Projekt oder aus dem AI Catalog erstellst. Anschließend legst du fest, ob der Flow privat, eingeschränkt oder öffentlich ist, und ergänzt die Trigger, die ihn starten sollen.

Den ersten Custom Flow ausführen

Flow Creator ist ab GitLab 19.3 als Teil der GitLab Duo Agent Platform verfügbar. Wer bisher darauf gewartet hat, dass jemand anderes die eigene Automatisierung schreibt, muss das nicht mehr.

In der Dokumentation zu Custom Flows erfährst du, wie du einen Flow registrierst und aktivierst. Beschreibe anschließend dem Flow Creator den Flow, den du brauchst. Starte eine kostenlose Testversion der GitLab Duo Agent Platform. Im Free-Tier kannst du dich in wenigen Schritten registrieren. Wenn du bereits GitLab Premium oder Ultimate nutzt, kannst du die Duo Agent Platform aktivieren und die in deinem Abonnement enthaltenen GitLab Credits verwenden.

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